Seitenhistorie
Wie können die Flächen organisiert werden, sodass Synergien mit anderen betrieblichen Nutzungen in der Halle geschaffen werden?
Herausforderungen
Entsprechend dem Tempo und der Struktur bisheriger Sanierungsarbeiten auf dem Utopiastadtcampus ist klar, dass auch die Speditionshalle nicht in einem Rutsch saniert wird. Die Herausforderung liegt darin, wie sich eine kontinuierliche Sanierung der Speditionshalle mit allen anderen Aspekten realisieren. Dabei ist der Planungsstand zum Endzustand, die Größe der angedachten Zwischenschritte und Umfang der Beteiligung an diesen Arbeiten relevant.
Empfehlungen
Unter den Ergebnissen des Blaupausenwettbewerbs finden sich Konzepte mit unterschiedlichen Strategien. Das Team breaKIT hat etwas die Sanierung in drei grundlegende Arbeitsschritte unterteilt: 1. Dachsanierung, 2. Öffnung der Südfassade, 3. Innenausbau. Diese Herangehensweise würde eine Nutzung durch den Ankermieter nur geringfügig beeinflussen und erst mit dem dritten Schritt bei dem Innenausbau können die Größen der finalen Flächen festgelegt werden. Diese Lösung bringt ein großes Maß an Flexibilität mit, aber wird voraussichtlich die kostenintensivste Variante sein. Das Team Ressource Matters hat mit seinem Konzept "Wuppertaler Zebra" einen konkreten Ansatz zur Dachsanierung. Hier wird die Errichtung eines Tonnendachs vorgeschlagen. Dabei soll sich die Größe der Schotten an den Säulenabständen in der Halle orientieren, damit die Dachsanierung in mehrere zeitlich hintereinander ab folgende Einzelschritte unterteilt werden kann. Dadurch würden sich dir hohen Investitionskosten der Dachsanierung auf einen längeren Zeitraum strecken lassen. Das gleiche Prinzip der Entwicklung in kleineren Einzelschritten hat auch das Team Pesto angewandt, jedoch den Fokus auf den Innenausbau und die Einbeziehung der Nutzer:innen gelegt. Hierbei soll es eine Konstruktionsvorgabe für Innenausbaumodule geben, die in Eigenleistung von potenziellen Mietenden im DIY-Modus aufgebaut werden können. Dieser Nutzungszeitraum soll durch das gemeinsame Erarbeiten eines Raumes das Gemeinschaftsgefühl unterschiedlicher Mieter:innen stärken und auf diese Weise zu einer resilienten Gemeinschaft führen. Die Notwendigkeit eines Ankermieters wurde von allen Teams als notwendig erachtet und richtig eingeordnet.
Zusammenfassung:
Empfehlungen für die zeitliche Abfolge der Sanierung und Erschließung
- Sanierung in drei Bauphasen:
- Dach
- Außenhülle
- Innenbereich
- Dachsanierung in mehrere Segmente unterteilen, die zeitlich hintereinander ablaufen. Segmente können sich an der Tragstruktur orientieren und könnten als Tonnendach aufgebaut werden.
Katalysatorphase: Experimentelle Entwicklung von Nutzungsszenarien und Innenmodulen in Teilbereichen der Halle
- Katalysatorphase startet bereits in der Raumstation / im Außenbereich
Kernfragen:
- Herausforderung
- Worum geht es?
Wieso ist das für die Halle wichtig?
- Besondere Anforderungen im Utopiastadt-Kontext?
- Lösung
- Welche (sich ergänzenden) Lösungsvorschläge gibt es?
- Vor- und Nachteile
- Abschlussempfehlung
Wie können flexible Module für wechselnde Nutzungen der Urbanen Manufaktur und Reparatur gestaltet werden und einen kooperativen Gebrauch der Fläche erleichtern?
Herausforderungen
Die Digitalisierung, neue Materialien und Medien, lokale Ressourcen- und Wertstoffkreisläufe, agile Arbeitsmethoden und vieles mehr beeinflussen, wie und in welchen Räumen in Zukunft gearbeitet und produziert wird. Um den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen urbaner Manufakturen gerecht zu werden, fordert der Innenausbau der Speditionshalle daher flexible Lösungen und eine gute Strukturierung.
Eine große Herausforderungen besteht darin, die etwa 3000 qm große Grundfläche der Halle für den variierenden Flächenbedarf der Manufakturen und Pioniere nutzbar zu machen. In unserem schnelllebigen Zeitalter und Projekthaften-Arbeitsweise sind immer mehr temporäre Nutzungen der Flächen zu erwarten. Erfolgreiche Pilotprojekte sind zudem schnell aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen. Die einzelnen Nutzermodule sollten deshalb auf die Skalierung ihrer Bewohner:innen und den variablen Flächenbedarf reagieren können.
Der effiziente und nachhaltige Einsatz von Materialen sowie das vorhandene Material- und Wertstofflager in Utopiastadt sollten bei der Planung des Innenausbaus von Beginn an in die Planung einbezogen werden, um einen kostengünstigen Ausbau zu Gewährleisten. Nicht zuletzt sollte der Innenausbau nach simplen Bauplänen für Laien in Eigenenergie ermöglicht werden.
Empfehlungen
Flexible Holzmodulbauweise
Für den Innenausbau der Halle empfehlen wir standardisierte Holzmodule mit eingelassenen Wärmedämmelementen. Das sogenannte "Haus-in-Haus-Prinzip" bietet die Möglichkeit einzelne Einheiten zu isolieren. Im Blaupausen-Konzept "Apparatus" (Team BJN) wird ein Holzrahmenbau mit Gefachen als Tragkonstruktion vorgeschlagen. Isoliert werden die Einheiten mit Stroh- und Lehmbauplatten, welche darüber hinaus für ein angenehmes Raumklima sorgen. Der Aufbau einzelner Module kann sukzessive im DIY-Modus ermöglicht werden (Team BJN, S.11-12)
Strukturierung und räumliche Aufteilung der Halle
Für eine maximale Flexibilität des Planungsrasters schlägt das Blaupausen-Team Schullius vor, die Halle in folgende Strukturelemente zu unterteilen: Primärstruktur = Tragwerk, Sekundärstruktur = Innenausbau / Module, Tertiär-Struktur = Inneneinrichtung (Team Schullius, S. 9).
Der Speditionshalle liegt ein regelmäßiges Konstruktionsraster zugrunde. Für die übersichtliche Strukturierung der Halle orientieren sich die einzelnen Module im Entwurf des Teams BreaKit am schottenartigen Konstruktionsraster der Halle (7,25m Pfeilerabstand) aus. Es wurden deshalb 3,60m breite Module für eine ein- und zweigeschossigige Nutzung entworfen, um ebenfalls den vertikalen Raum nutzbar zu machen. Vorgeschlagen wird zudem die Verbindung der oberen Geschosse über eine Brücke. Diese bildet eine offene Empore und sorgt für die Erschließung der oberen Geschosse im Ost-West Verlauf der Halle (Team BreaKit, S. 9, 11).
Abgehängte Konstruktions- & Versorgungsebene
Für eine weitere räumliche Strukturierung und Eingrenzung von Nutzungszonen schlägt das Team Oliwe am Raster ausgerichtete freistehende Wände und Vorhänge vor. Diese sorgen zudem für eine rudimentäre Schall- und Wärmeisolation. Abgehängte Deckengitter können hierfür als Führungsschiene dienen und darüberhinaus technische Infrastruktur flexibel verteilen (Team Oliwe, S.10).
Bau verschiedener Protoypen, Pilotnutzung und Optierung
Für die erste Phase der Erschließung sollten verschiedenen Prototypen der Raummodule ausgiebig durch Pionierenutzungen in der Halle getestet und auf Praktikablität überprüft werden. In der zweiten Erschließungsphase (siehe Roadmap) folgt die Optimierung der Pilotmodule und ihrer Baupläne.
Insgesamt verspricht die klare Orientierung am Konstruktionsraster der Halle Struktur und dabei gleichsam flexible und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Bei Bedarf ist zudem eine effiziente Nachverdichtung möglich sowie die Dekonstruktion bzw. der reversible Rückbau einzelner Module. Die standardisierte und systematische Umsetzung erlaubt die Erschließung der Halle in kleinen Segmenten. So können Kosten gespart werden und Ankermietern Raum erhalten bleiben.
Zusammenfassung:
Empfehlungen für den modularen und flexiblen Innenausbau→ Flexibilität der Module: Standardisierte Raummodule in Holzrahmenbauweise (1- bis 2-Geschossig)
→ Räumliche Aufteilung orientiert sich am schottenartigen Konstruktionsraster der Halle (Dachschotten); Unterteilung des Rasters in Primärstruktur (Tragwerk), Sekundärstruktur (Innenausbau + Wände) und Tertiärstruktur (Inneneinrichtung)
→ Abgehängte Konstruktions- & Versorgungsebene, um die große Deckenhöhe zu bewältigen
→ Vorhänge bzw. eingehängte Wände zur Abtrennung der Schotten / Bewegliche Einbauten zur Aufteilung
→ Bau verschiedener Protoypen und Pilotnutzung
Blaupausen-Konzepte: Referenzen zum Nachlesen
→ Konzept, Team BreaKitBreaKIT
→ Konzept APPARATUS, Team BJN
→ Konzept Eine Halle für Alle, Team Oliwe
→ Konzept, Team Schullius Team Ressource Matters
Abbildungen:
XXX

