Wie können die Flächen organisiert werden, sodass Synergien mit bestehenden Betrieben oder Institutionen in der Umgebung geschaffen werden? Wie können Bürger:innen und die Nachbarschaft einbezogen und zur Nutzung eingeladen werden?
Herausforderungen
Aktuell ist die Speditionshalle ein Gebäude, das rundum mit Wellblech verkleidet ist, und sofern nicht gerade ein Rolltor geöffnet ist, keine Hinweise liefert, was in seinem Inneren vor sich geht. Soll die Halle aber von und mit der Nachbarschaft genutzt werden, muss sich das ändern. Denn organisatorische und bauliche Transparenz gehen hier Hand in Hand. Mit einer häufig vorgeschlagenen Glasfassade ist es aber zumeit nicht getan.
Empfehlungen
In unserem Blaupausenwettbewerb hat fast jedes Team auf die eine oder andere Weise die monotone Wellblechfassade aufgebrochen, damit sich die Speditionshalle den Besuchenden vonseiten der Nordbahntrasse öffnen kann. Dabei gibt es viele Nuancen, die die Teams wie selbstverständlich mitgenommen, aber nicht artikuliert haben. Das Team fünf etwa war sich seiner Funktionen explizit bewusst. So wurde auch hier die Fassade geöffnet, aber es wurde auch die Südseite der Halle landwirtschaftlich erschlossen. Es sollte ein Hybrid aus „urban gardening“, Parkanlage und Gastronomie entstehen, die den Besuchenden einen saften Übergang zwischen Nordbahntrasse – Vorplatz Speditionshalle – Gastronomie – Innenraum der Halle bieten. Es wurde erkannt das ein Gastronomisches Angebot eine Sogwirkung auf Passanten hat und auch eine Legitimation für Spaziergänger:innen bietet einen Fremden Raum zu betreten. Diese Ansätze wurden in einem Großteil der Projektentwürfe umgesetzt, sodass man hier tatsächlich fast von einem Konsens über die Öffnung der Speditionshalle sprechen kann. Wie genau das im Detail ablaufen soll, hängt von dem Kontext der Halle und der finalen Entscheidung ab, wie genau die Halle genutzt und saniert werden soll. Um diese Entscheidung aber nicht einfach ins Blaue hinein zu treffen, hat sich das Team Julia Kleinewietfeld explizit mit dem räumlichen Kontext der Halle auseinandergesetzt. Laut Julia ist die Speditionshalle kein alleinstehendes Projekt, sondern wird, richtigerweise, in den Gesamtkontext des Gebäudeverbundes auf dem Utopiastadt Campus gesetzt. Für eine präzise Planung ist es also notwendig, sich der Funktionen und Beziehungen zwischen den ansässigen Gebäuden bewusst zu werden, um Redundanz zu vermeiden und eine klare, für Besuchende nachvollziehbare Struktur vorzugeben.
Zusammenfassung:
Empfehlungen für die Einbindung der Halle in den Utopiastadt Campus
- Raumkonzept Campus: Klare Aufteilung der Campusflächen nach Nutzungen und Nutzer:innen
Systematische Einbettung der Halle in das Raumkonzept des Campus
Eingang der Halle sollte sich zum zentralen sozialen Forum des Campus öffnen
Landwirtschaft / Gemeinschaftsgärten auf der Südfläche
Eingangsbereich mit Aufenthaltsqualität & Gastronomie als Lobby
Gastronomie als Bindeglied zwischen Innen- und Außenraum mit Sogwirkung (à la Hutmacher)
Blaupausen-Konzepte: Referenzen zum Nachlesen
→ siehe auch "Transparenz" und "Mischnutzung"


